Polemik 08-2026
Es scheint der heißeste Sommer in Deutschland zu werden, seit es wissenschaftlich-verlässliche Temperaturaufzeichnungen gibt. Sommertemperaturen von fast 40oC in den Ballungsräumen sind schon heftig. Der Regen hat inzwischen Abkühlung und Hilfe bei den Waldbränden gebracht. In weit über 90% der Brände haben Menschen direkt oder indirekt ihre Finger im Spiel. Blitzeinschläge sind ein weiterer Grund. Die berühmte Glasscheibe im Wald bei Sonnenschein ist kein maßgebender Auslöser. Das sollten nun auch mal die Medien langsam begreifen. Ja, unsere Erde ist groß und deshalb sind auch die Hitzeauswirkungen durchaus unterschiedlich je nach geographischen Orten. Ein gesteigertes Abschmelzen der Polkappe der Arktis z.B. ist in 2026 nicht zu beobachten.
Doch gleich kommt die populistische Forderung u.a. vom Städtetags-Präsidenten B. Jung, den Hitzeschutz ins Grundgesetz aufzunehmen. Was ist da mit dem Kälteschutz und vielen anderen denkbaren „Schützenswerten Dingen“. Rechte, die im Grundgesetz stehen, sind einklagbar, zu Recht. Deshalb müssen vorher Regularien, Verordnungen und Gesetze geschaffen werden, die die Parameter für das Schutzziel definieren.
Also verzehnfacht mal vorsorglich die Stellen im Bundesverfassungsgericht, wenn solche oder ähnliche Forderungen sich im Grundgesetz wiederfinden (Wir haben deren schon genug.) und dann logischerweise Klagen auslösen. Viel Spaß!
Man kann aber auch mal „Hitze“ anders denken:
Ich erinnere daran, dass im neuen Sachstandsbericht des Weltklimarats das Katastrophenszenario angepasst wurde, da eine Erderwärmung von 4,8oC ±? bis zum Jahr 2100 mittlerweile als unrealistisch gilt. Das neue “Worst Case-Szenario” geht von einer Erderwärmung bis zum Jahre 2100 von 3.5oC ±? aus. Wenn wir so weiter machen würden wie bisher, dann sagen die Klimaforscher eine Erwärmung von 2.8oC ±? bis zum Jahre 2100 voraus.
Nun sollen mal die alleswissenden Klima-Wissenschaftler ihre Modellrechnungen laufen lassen und die Auswirkungen auf das Landesklima und die damit verbundenen Auswirkungen auf Leben und Gesundheit der Menschen kundtun. Aber bitte immer mit ±, also den Fehler immer mit betrachten!
Ganz konkret, was bedeutet das für das Leben in Deutschland im Jahre 2100?
Und bitte kein aktivistisches „Halbwissen-Herumgeschwurble“, sondern nachvollziehbare Aussagen, die die Ausgangsdaten für den Input in die Modellrechnungen klar benennen und den Fehlerbereich ausweisen.
Was könnten wir tun, um das Leben wetter- und klimaresistenter in Deutschland, besonders im Sommer, zu gestalten, bei einer angenommenen Erderwärmung 2100 von 2.8oC ±?.
Also, die Welt schafft die Temperaturreduktion nicht und macht so weiter, wie bisher. Deutschland kann die Temperatur nur wenig drücken, da es wie bekannt, nur etwa 2% des menschengemachten CO2 unserer Erde freisetzt.
Deshalb konzentrieren wir uns mal auf Deutschland:
Was hindert uns daran, erst die lokalen klimagetriebenen Einflüsse zu lindern? Doch eigentlich „nur“ die Umschichtung des anfallenden Steuergeldes in den Etats der Ministerien der jeweiligen Regierungen.
Hier ein paar zu berücksichtigende Stichpunkte als Denkanstoß:
- Deichbau an gefährdeten Ost- und Nordseestränden,
- Bau von Wasserrückhaltebecken, Stauseen und Staustufen (Ja, auch das!) in Flüssen,
- Bau von Meerentsalzungsanlagen mit Leitungssystemen für eine Trink- und Brauchwasserreserve bis in den Süden der Republik,
- Hitzeresistentere Neu-Bepflanzung der Wälder, Parks, Alleen…
- Waldbrandeindämmende Waldstrukturierung (Schneisensysteme…)
- Aufforstungsprogramm für Wälder, Städteparks und entlang von Straßen und anderen Verkehrstrassen,
- Umbau des öffentlichen und privaten Fern-und Nahverkehrs auf elektrischen Antrieb,
- Umfassendes Elektro (Wasserstoff)-Hochgeschwindigkeitsbahnnetz für Ablösung des innerdeutschen Flugverkehrs,
- Erarbeitung von verpflichtenden Umwelt -und Kreislaufbilanzen für Produkte und Dienstleistungen zur Erhöhung der Recyclingrate,
- Bau (Kauf) modularer Kernreaktoren zur Sicherung der energetischen Grundlast,
- Wärmepumpeneinbau zur Heizung und Kühlung von Gebäuden,
- Allumfassende Digitalisierung (KI) zur Steuerung der Prozesse in Verwaltung, Industrie, Landwirtschaft mit technischer Redundanz,
- Verlegung von Daten- und Hochspannungsleitungen in unterirdischen Trassen,
- Politik zur Verhinderung und Beendigung von Kriegen als Menschen- und Umweltkiller.
Das mag sich abgedroschen lesen und populistisch anmuten, aber warum nicht mit den dringendsten oder eben den kostengünstigsten Maßnahmen beginnen, als Gemeinschaft, als Gesellschaft.
Doch im Moment steht die Erreichung der „Kriegstüchtigkeit“ (Joseph Goebbels verwendete diesen Begriff 1943 in seiner Berliner Sportpalastrede und Boris Pistorius verlangte in seiner Rede im Bundestag 2024, dass Deutschland bis 2029 „kriegstüchtig“ sein muss. Ist „kriegstüchtig“ eigentlich ein Nazi-Begriff?) für die derzeitige deutsche Regierung an erster Stelle.
Diejenigen, die täglich arbeiten gehen und Unternehmen, die Steuern zahlen, geben der Regierung das Geld, denn die Regierung selbst hat kein Geld.
Wer sind die unsolidarischen Mitbürger, die gesundheitlich in der Lage wären zu arbeiten, es aber nicht tun, weil es sich in der sozialen Hängematte gut lebt und es komfortabel ist, den Sozialstaat auszulutschen. Wann bekommt der „Deutsche Steuerzahler, und hier sind ausdrücklich alle Mitbürger gemeint, die in Deutschland Steuern zahlen“ mal eine jährliche ordentliche, nachvollziehbare Abrechnung, wohin sein Geld fließt und für welche Schulden er einstehen muss. Die Steuererklärung ist ja auch jährlich fällig.
Wenn die Zahl der Unsolidarischen bedrohlich zunimmt, die Wirtschaft nicht prosperiert, sondern nur noch Ideologie unser Leben bestimmt, wird die „Gesellschaftliche Hitze“ so zunehmen, dass diese die „Klimatische Hitze“ bei weitem übertreffen wird.
Dazu brauche ich keine „Modellrechnungen“.